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Kreativität und Spaß im DuK-Unterricht

Veröffentlicht am 04.07.2017

 Im Unterrichtsfach „DuK“ (= Deutsch und Kommunikation) beschäftigten sich die angehenden Altenpflegekräfte des Kurses VZ 27 mit Märchen. Märchen können in der Pflege, gerade von dementiell erkrankten Menschen, Türöffner zu deren Gefühlen und Erleben sein und den Kontakt zu ihnen erst möglich machen. Die Kursteilnehmer tauschten sich über ihren eigenen Zugang zu Märchen aus, untersuchten Sprache, Symbole und Motive von Märchen und verglichen Volks- und Kunstmärchen. Viel Kreativität bewiesen sie, als sie selbst neue Märchen verfassten und viel Spaß hatten sie, als sie sich Parodien auf bekannte Märchen einfallen ließen.   Hier zwei Beispiele:

 

Märchenparodie: Dornröschen und PRINZ

Es war einmal ein Babyzimmer, in diesem Stand eine Wiege mit einem Bezug aus feinstem Leinen. Dieser war mit rosaroten Rosen bestickt. Vor dem offenen Fenster fingen die Rosen an zu blühen. Die Schmetterlinge und Bienen flogen im Garten umher. Die Luft war erfüllt von dem aromatischen süßlichen Rosenduft.

In der Wiege lag ein wunderschönes kleines Mädchen, welches herzzerreißend schrie. Die Eltern, die völlig verzweifelt und hilflos neben der Wiege standen, schauten sich das niedliche Geschöpf an. Sie wandten ihr Blicke zueinander, schauten sich verliebt an und dachten beide insgeheim, jeder für sich: „Dieser verdammte Satansbraten!“ Sie nannten die Kleine in Erinnerung an Grimms Märchen Dornröschen.

Vor Dornröschens siebtem Geburtstag entschieden sich die Eltern, für den Freudentag der Kleinen ein großes Fest zu veranstalten. Alle wurden eingeladen. Die Schwestern und Freundinnen der Eltern – Dornröschen nannte sie „die 13 Tanten“ – sollten einen Ehrenplatz erhalten. Für den Geburtstagstisch wurden bei Rosenthal extra für diesen Zweck 13 vergoldete Teller, die mit der Zahl 7 bedruckt waren, bestellt.

Als die Lieferung mit DHL kam und alles fein säuberlich und akkurat auf dem großen Esstisch stand, wirbelte das kleine, über die Teller total verzückte Mädchen mit seinem Zauberstab durch das Zimmer. In einem Moment der Unachtsamkeit der Eltern kam Dornröschen mit ihrem Zauberstab an einen Teller. Dieser fiel herunter und zerbrach in tausend kleine Scherben. Missmutig und enttäuscht schauten sich die Eltern an, sie gingen von einem Versehen aus. Zum Glück sahen sie nicht das freche Lächeln in Dornröschens Gesicht, als es schadenfroh seine Eltern im Esszimmer zurückließ, um im Garten weiterzuspielen.

In ihrer Verzweiflung entschieden die Eltern, der älteren Schwester des Vaters, die in Neuseeland wohnte, nichts von dem Ereignis zu erzählen. Doch am Festtag erschien mit Gebrause und Getöse die dreizehnte Tante. Sie war verärgert und erbost, weil sie nicht eingeladen war. Sie schrie in den Raum, in dem alle Gäste saßen, hinein: „Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt! Das Kind wir eh nicht alt bei diesen Eltern. Seinen 16. Geburtstag wird es nicht erleben!“ Mehr aus Trauer als aus Wut verschwand sie genau so schnell, wie sie aufgetaucht war.

In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich die Kleine zu einem richtigen Biest. Sie machte ihren Eltern das Leben zur Hölle. Sie tyrannisierte ihre Familie, die Lehrer sowie die Mitschüler. Nicht nur, dass sie alles mutwillig zerstörte, nein, sie zündelte auch mit Vorliebe. So brannte sie ihr Elternhaus mit samt der schönen Wiege und allem Hab und Gut nieder. Nachdem sie einen Unfall verursacht hatte, als sie von einer Brücke auf fahrende Autos Steine warf, schaltete das Jugendamt das Gericht ein. Dieses ordnete an, dass Dornröschen noch vor ihrem sechzehnten Geburtstag in eine Kryonikschlaf versetzt werden sollte, bis eine effektive Verhaltenstherapie entwickelt würde, die ihr helfe.

Nach 100 Jahren fand der Cyborg mit dem wohlklingenden Namen „PRINZ“ den Fall im Sicherheitssystem. Eine entsprechende Therapie war mittlerweile entwickelt worden. Er stellte fest, dass alle Parameter übereinstimmten und taute das immer noch bezaubernd aussehende Menschenmädchen auf.

Dornröschen war völlig verstört und überfordert. Sie kam mit der neuen Welt nicht zurecht. Die technische Entwicklung überforderte sie ungemein. Alles war für sie völlig fremd. Niemand, den sie gekannt hatte, war mehr da. Sie fand für sich nur eine Lösung und sprang von einem Hochhaus.  .... Und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sich noch heute!

Sindy Buchmann, Sabine Flittner, Aid Jassybayeva, Anna-Lena Lazarus, Nicole Wagner, VZ 27

Ein neues Märchen: Das Monster in der Mühle

Es war einmal ein liebes Mädchen, dem die Mutter gestorben war. Der Vater heiratete eine neue Frau, die leider sehr eifersüchtig war und das Mädchen hasste. Die böse Stiefmutter wusste, dass in der nahen alten Mühle nachts ein Monster sein Unwesen trieb.

Das arme Mädchen konnte der Stiefmutter nichts recht machen und als Strafe schickte sie das Mädchen abends in die Mühle zum Schlafen. Sie hoffte, das Monster fresse das Mädchen auf.

Voller Angst ging mit einem kargen Abendbrot das Mädchen in die Mühle. Dort waren allerdings schon ein alter Hund, eine alte Katze und ein alter Hahn, die sich vor dem Monster versteckten. Sie halfen dem Mädchen: „Liebes Mädchen, schließe das Tor und lege den Riegel vor! Wenn das Monster kommst, sagst du: ‚Bring mir zuerst die goldenen Münzen aus deiner Höhle, dann will ich dir das Tor aufmachen und dir etwas zu essen geben!’ “

Die Tiere wussten, dass das Monster nur in der Nacht kam. Beim ersten Hahnenschrei und Morgengrauen flüchtete das Monster zurück in seine Höhle.

So geschah es: Als das Monster kam, wurde es von dem Mädchen noch einmal weggeschickt, die goldenen Münzen zu holen. Das Monster trollte sich und kam eine Weile später mit einem Sack voller Münzen wieder. Das Mädchen rief: „Leg alles vor das Tor, dann will ich dir aufmachen!“ Kaum lagen die Münzen da, krähte der Hahn und das Monster erschrak und kehrte schnell in seine Höhle zurück.

So geschah es ein paar Tage lang. Die böse Stiefmutter war erstaunt, dass das Mädchen immer noch lebte. Sie wurde sehr neidisch wegen der vielen Schätze und wollte deshalb selbst in der Mühle schlafen.

Als die Stiefmutter abends dorthin kam, verjagte sie sofort den alten Hund, die alten Katze und den alten Hahn. So konnten ihr die Tiere nicht helfen. Das Monster kam, die Stiefmutter öffnete ihm bereitwillig das Tor, und so wurde sie vom Monster gefressen.

Das Monster jedoch wurde durch die Bosheit der Stiefmutter vergiftet und starb ebenfalls. So konnte das Mädchen mit seinem Vater und den Tieren glücklich und zufrieden leben.

Petra Hupe, Christoph Axmann,  Oze Aghahowa, VZ 27

 

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